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BPA und PFAS einfach erklärt: zwei Stoffe, zwei Risiken

Sie sind im Geschäft, nehmen eine Wasserflasche in die Hand und sehen stolz darauf den Hinweis: „BPA-frei“. Ein Stück weiter

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Sie sind im Geschäft, nehmen eine Wasserflasche in die Hand und sehen stolz darauf den Hinweis: „BPA-frei“. Ein Stück weiter lesen Sie auf einer Pfanne: „PFAS-frei“. Das soll beruhigen, ist aber gleichzeitig verwirrend. Was genau ist der Unterschied zwischen BPA und PFAS? Handelt es sich um dieselben Stoffe oder um völlig unterschiedliche Substanzen?

Die kurze Antwort: Nein, es handelt sich keineswegs um dasselbe. Die ausführliche Antwort ist wichtiger, denn sie betrifft Ihre Gesundheit, irreführende Kennzeichnungen und Chemikalien, mit denen Sie jeden Tag in Ihrer Küche, Ihrem Kleiderschrank … und sogar in Ihrem Körper in Kontakt kommen.

In diesem Artikel erklären wir klar, ehrlich und ohne komplizierten Fachjargon den Unterschied zwischen BPA und PFAS.

BPA und PFAS: zwei völlig unterschiedliche chemische Geschichten

Obwohl BPA und PFAS häufig gemeinsam erwähnt werden, unterscheiden sie sich grundlegend in ihrer Herkunft, ihrer Funktion und ihrer Wirkungsweise.

Was ist BPA (Bisphenol A)?

BPA ist ein bestimmter chemischer Stoff, der bereits im 19. Jahrhundert entdeckt wurde. In den 1930er-Jahren untersuchten Wissenschaftler BPA sogar als potenzielles Medikament, weil es sich im Körper ähnlich wie das weibliche Hormon Östrogen verhält. Was zunächst vielversprechend erschien, erwies sich als Risiko.

BPA wird hauptsächlich zur Herstellung harter, transparenter Kunststoffe und von Epoxidharzen für Beschichtungen verwendet. Über viele Jahre fand man BPA unter anderem in Plastikflaschen, Vorratsbehältern, der Innenbeschichtung von Konservendosen, Kassenbons und bestimmten medizinischen Geräten. Das Problem besteht darin, dass BPA aus den Materialien in Lebensmittel oder Getränke übergehen kann, insbesondere bei Erwärmung oder wenn das Material abgenutzt ist.

Was sind PFAS?

PFAS steht für per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen. Es handelt sich nicht um einen einzelnen Stoff, sondern um eine große Gruppe von Tausenden verschiedenen chemischen Verbindungen. Sie wurden zufällig entdeckt und erwiesen sich als äußerst widerstandsfähig gegen Wasser, Fette, Schmutz und Hitze.

PFAS werden eingesetzt, um Produkte wasserabweisend, fettabweisend, schmutzabweisend und hitzebeständig zu machen. Daher findet man sie in ganz anderen Anwendungen als BPA.

Drei grundlegende Unterschiede zwischen BPA und PFAS

Der Unterschied zwischen BPA und PFAS wird besonders deutlich, wenn man beide direkt miteinander vergleicht.

1. Ein einzelner Stoff gegenüber Tausenden

BPA ist ein einzelner chemischer Stoff. PFAS ist ein Sammelbegriff für Tausende verschiedene Substanzen. Man könnte dies mit einem Apfel im Vergleich zu Obst allgemein vergleichen: Das eine ist spezifisch, das andere umfasst eine ganze Kategorie.

2. Unterschiedliche Funktionen in Produkten

BPA wird verwendet, um Kunststoffe hart und stabil zu machen. PFAS verleihen Oberflächen wasser-, fett- und schmutzabweisende Eigenschaften. Deshalb findet man BPA vor allem in Kunststoffprodukten, während PFAS hauptsächlich in Beschichtungen, Textilien und Antihaftbeschichtungen vorkommen.

3. Abbaubarkeit und Persistenz

BPA wird in der Umwelt letztlich abgebaut, was nicht bedeutet, dass es harmlos ist. PFAS dagegen werden nur sehr schwer abgebaut. Sie können über sehr lange Zeit in Wasser, Boden und Organismen verbleiben. Deshalb werden sie auch als „Ewigkeitschemikalien“ bezeichnet.

Welche Auswirkungen haben BPA und PFAS auf den Körper?

Beide Stoffgruppen können gesundheitsschädlich sein, wirken im Körper jedoch auf unterschiedliche Weise.

Auswirkungen von BPA auf die Gesundheit

BPA ist ein endokrin wirksamer Stoff, der die Wirkung des weiblichen Hormons Östrogen nachahmen kann. Es kann das Immunsystem beeinflussen, den Stoffwechsel stören, das Nervensystem beeinträchtigen und die Entwicklung ungeborener Kinder beeinflussen. Im Jahr 2025 hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit den sicheren Grenzwert für BPA um den Faktor 20.000 gesenkt. Dies zeigt, dass der Stoff als problematischer eingestuft wird als lange Zeit angenommen.

Auswirkungen von PFAS auf die Gesundheit

Auch PFAS können hormonell wirksame Eigenschaften haben. Ein zentrales Problem ist jedoch ihre Anreicherung im Körper. Sie werden nur sehr langsam ausgeschieden und können das Immunsystem und die Leber beeinträchtigen, den Cholesterinspiegel erhöhen und die Fruchtbarkeit verringern. Einige PFAS werden mit Nieren- und Hodenkrebs in Verbindung gebracht. 2025 veröffentlichte Forschungsergebnisse zeigen, dass Frauen mit einer höheren PFAS-Belastung ein nahezu doppelt so hohes Risiko haben können, bestimmte Krebsarten zu entwickeln.

Laut Untersuchungen des niederländischen Instituts RIVM nimmt ein großer Teil der niederländischen Bevölkerung über Lebensmittel und Trinkwasser zu viele PFAS auf.

Wo begegnen uns BPA und PFAS im Alltag?

Produkte, die BPA enthalten

BPA findet sich vor allem in Produkten, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen, beispielsweise in Kunststoff-Vorratsbehältern, Flaschen, der Innenbeschichtung von Konservendosen, Kassenbons und bestimmten medizinischen Schläuchen.

Produkte, die PFAS enthalten

PFAS finden sich vor allem in Antihaftpfannen, Regenjacken und Outdoor-Bekleidung, Lebensmittelverpackungen wie Pizzakartons und Pommesbeuteln, Kosmetika, Imprägniersprays und Löschschäumen. Deshalb ist der Boden rund um Feuerwehrstandorte häufig mit PFAS belastet.

Was unternimmt die Regierung gegen BPA und PFAS?

Gesetzgebung zu BPA

BPA ist in der gesamten Europäischen Union seit 2011 in Babyflaschen verboten. Seit Ende 2024 ist es in nahezu allen Materialien mit Lebensmittelkontakt verboten. Häufig wird BPA durch andere Bisphenole wie BPS oder BPF ersetzt, für die ebenfalls zunehmend Hinweise auf vergleichbare gesundheitliche Risiken vorliegen.

Gesetzgebung zu PFAS

Die Regulierung von PFAS ist komplexer, da es sich um Tausende verschiedener Stoffe handelt. Im Jahr 2023 haben die Niederlande gemeinsam mit Deutschland, Dänemark, Norwegen und Schweden einen Vorschlag eingereicht, PFAS als Gruppe innerhalb der Europäischen Union zu beschränken. Bestimmte PFAS wie PFOA sind bereits verboten, aber viele Varianten werden noch immer eingesetzt.

Irreführende Kennzeichnungen, auf die Sie achten sollten

Hinweise wie „BPA-frei“ oder „PFOA-frei“ vermitteln oft ein falsches Gefühl von Sicherheit. PFOA ist lediglich ein bestimmtes PFAS und bereits seit Jahren verboten. Ein Produkt ohne PFOA kann daher andere PFAS enthalten. Ähnliches gilt für „BPA-frei“: In vielen Fällen wird BPA durch einen chemisch verwandten Stoff ersetzt, der weniger gut untersucht ist, aber möglicherweise ähnlich schädlich sein kann.

Wie kann man sich besser schützen?

Es ist unmöglich, BPA und PFAS vollständig zu vermeiden, aber man kann die eigene Belastung reduzieren. Bevorzugen Sie Glas oder Edelstahl statt Kunststoff. Erhitzen Sie Kunststoff nicht in der Mikrowelle und ersetzen Sie alte oder beschädigte Kunststoffprodukte. Essen Sie häufiger frische Lebensmittel und weniger Konserven. Waschen Sie Ihre Hände, nachdem Sie Kassenbons angefasst haben. Wählen Sie Keramikpfannen oder kochen Sie mit Gusseisen oder Edelstahl. Achten Sie bei Kleidung und Schuhen ausdrücklich auf die Kennzeichnungen „PFAS-frei“ oder „PFC-frei“.

Seien Sie bei Produkten für Kinder besonders aufmerksam. Babyflaschen müssen BPA-frei sein, aber Spielzeug und Kleidung können weiterhin BPA oder PFAS enthalten. Vermeiden Sie Produkte mit starkem Kunststoffgeruch und achten Sie auf den Recyclingcode: Die Zahlen 3 und 7 können auf BPA-haltige Kunststoffe hinweisen.

Das Gesamtbild

Die Verantwortung für gesunde Entscheidungen liegt heute häufig beim Verbraucher, während die eigentliche Lösung bei Industrie und Gesetzgebern liegt. Wissenschaftler fordern seit Jahren eine Regulierung von PFAS als Gruppe statt eine Regulierung einzelner Stoffe. Solange dies nicht geschieht, werden weiterhin neue Varianten auf den Markt kommen.

Die gute Nachricht: Es entwickeln sich echte Alternativen. Keramikpfannen werden immer besser, PFAS-freie Outdoor-Bekleidung wird zunehmend erschwinglicher und Hersteller von Verpackungen entwickeln Beschichtungen auf pflanzlicher Basis. Es gibt also durchaus Lösungen.

Häufige Fragen zum Unterschied zwischen BPA und PFAS

Was ist der wichtigste Unterschied zwischen BPA und PFAS?
BPA ist ein einzelner chemischer Stoff, während PFAS eine große Gruppe von Tausenden verschiedenen Stoffen umfasst.

Bedeutet „BPA-frei“ auch „PFAS-frei“?
Nein, ein BPA-freies Produkt ist nicht automatisch PFAS-frei und umgekehrt.

Welcher Stoff ist gefährlicher, BPA oder PFAS?
PFAS gelten aufgrund ihrer Anreicherung und Persistenz als besonders besorgniserregend. Allerdings birgt auch BPA nachweislich gesundheitliche Risiken.

Ist BPA in Europa noch in Produkten enthalten?
Ja, seine Verwendung ist jedoch stark eingeschränkt und BPA wird häufig durch andere Bisphenole ersetzt.

Hat jeder Mensch PFAS im Körper?
Bei fast allen Europäern lassen sich messbare Mengen von PFAS im Körper nachweisen.

Kann man BPA und PFAS vollständig vermeiden?
Nein, aber durch bewusste Entscheidungen lässt sich die eigene Belastung erheblich reduzieren.

Warum der Unterschied zwischen BPA und PFAS wichtig ist

Der Unterschied zwischen BPA und PFAS ist groß, doch sie haben einen wichtigen gemeinsamen Punkt: Große Mengen dieser Stoffe gehören weder in unseren Körper noch in unsere Umwelt. Indem Sie Kennzeichnungen kritisch hinterfragen, bewusste Entscheidungen treffen und gut informiert bleiben, können Sie Ihre Gesundheit aktiv schützen. Kleine Veränderungen, wie die Verwendung von Glas, Keramik oder frischen Lebensmitteln, können langfristig tatsächlich einen Unterschied machen.

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